Cyber-Stalking

Stalking im Internet

Mit zunehmender Verbreitung 'Neuer Medien' wie das Internet, E-Mail, SMS u.a. finden Stalker auch immer mehr Möglichkeiten, die Lebensgestaltung ihrer Opfer auf diesen Wegen schwerwiegend zu beeinträchtigen.

Besonders das Internet bietet die Möglichkeit, vermeintlich anonym Psychoterror auszuüben. Der Stalker erreicht schnell und ohne großen Aufwand und zunächst unerkannt einen hohen Verbreitungsgrad von diffamierenden, verletzenden, beleidigenden und terrorisierenden Inhalten.
Gerade der hohe Verbreitungsgrad dieser Inhalte kann Opfer besonders nachhaltig in ihrem Ruf privat oder beruflich schädigen.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die gängigsten Erscheinungsformen des Cyber-Stalking:

  • Verbreitung von Unwahrheiten und Gerüchten im Internet, in E-Mails, Foren und Newsgroups
  • Veröffentlichung von privaten und intimen Informationen wie sex. Ausrichtung, Gewohnheiten, Krankheiten, finanzielle Situation, Vorstrafen
  • Veröffentlichung und Zugänglichmachung von privaten Bildaufnahmen des Opfers oder Angehöriger, möglicherweise intime Bildaufnahmen aus vorausgegangener Beziehung
  • Verbreitung von gefälschten Bildaufnahmen mit pornografischem Hintergrund
  • Nichtautorisierte Warenbestellungen im Namen des Opfers
  • Kontaktaufnahmeversuche über elektronische Medien wie Chat, E-Mail, SMS,
  • Missbrauch von Personaldaten und Zugangsdaten wie Benutzernamen und Passwörter zum Betrug oder Warenbestellung (Ebay, Amazon u.a.)


Was können Sie als Opfer gegen Cyber-Stalking tun?

Es werden über Sie falsche Behauptungen, rufschädigende Inhalte, Bildaufnahmen, Fotomontagen auf einer Webseite oder in einem Internetforum verbreitet?

Das Verbreiten falscher Behauptungen, rufschädigende oder beleidigende Äußerungen stellen oft bereits eine Straftat dar, die Sie bei jeder Polizeidienststelle anzeigen können.
Im Vorfeld einer Strafanzeige haben Sie jedoch selbst die Möglichkeit herauszufinden, wer für die Internetseite verantwortlich ist. Bei einer deutschen Internetseite (Endung .de) können Sie über die Verwaltungsstelle www.denic.de den Betreiber herausfinden.
Ist der Urheber der falschen Behauptungen auch der Betreiber der Internetseiten, fordern Sie ihn schriftlich unmissverständlich auf, diese Inhalte sofort zu entfernen. Ist der Betreiber der Internetseiten nicht der Urheber, dann fordern Sie den Betreiber auf, die rechtswidrigen Inhalte über Sie zu entfernen und ihnen den Urheber zu nennen. Rechtlich ist ein Betreiber einer Webseite dazu verpflichtet, rechtswidrige Inhalte zu entfernen, sobald er darauf hingewisen wird, das sich solche Inhalte auf seinen Seiten befinden.
Möglicherweise müssen Sie über einen Rechtsanwalt die notwendigen Verbindungsdaten (IP-Adresse) einfordern.

Der Stalker nutzt Internetserver, die sich nicht in Deutschland befinden.

Auch hier können Sie den Betreiber der Internetseiten bitten, die rechtswidrigen Inhalte zu entfernen. Rechtlich ist ein Betreiber dazu in vielen Fällen leider nicht verpflichtet, da Betreiber von Internetseiten aus dem Ausland nicht dem deutschen Recht unterliegen.
Wenden Sie sich an einen fachkundigen Anwalt (Internetrecht) um zu prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten Ihnen in diesen Fällen zur Verfügung stehen.