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..im Umgang mit Nachstellungen:

Erstatten Sie Strafanzeige!

Jede Polizeidienststelle nimmt Ihre Anzeige engegen. Auch wenn es Ihnen nicht darauf ankommt, den Stalker bestrafen zu lassen sondern Sie nur Ihre Ruhe haben wollen, ist dieser Schritt wichtig.
Zum einen signaliseren Sie damit deutlich Ihre Grenzen und dass Sie sich nicht alles bieten lassen. Auch wenn es nicht oder zu einer milden Verurteilung eines Stalkers kommt, weiß dieser, dass er zukünftig mit Sanktionen zu rechnen hat.

Weiterhin kann eine frühzeitige Strafanzeige wichtig sein, um lange andauerndes Stalking aktenkundig zu machen. Dies kann für eine richterliche Beurteilung eines Beschlusses von Bedeutung sein und einen Antrag auf gerichtliche Schutzanordnung (GewG) unterstützen.

 

Viele Stalking-Opfer fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Eine Strafanzeige zu erstatten kann ein erster Schritt sein, wieder das Gefühl von Kontrolle über sein Leben zu haben und nicht nur machtlos zu sein.
Auch wenn es Stalker gibt, die sich von Strafen und Gerichtsbeschlüssen zunächst nicht beeindrucken lassen oder sie genau das beabsichtigen, ist eine Strafanzeige der erste und wichtigste Schritt, um langfristig hartnäckiges Stalking zu verhindern.


Opfer haben häufig Angst, dass durch eine Strafanzeige die Situatiuon eskaliert oder sie noch mehr Repressalien zu befürchten haben. Es ist völlig natürlich, dass aus Sicht der Opfer ein Täter besonders bedrohlich und übermächtig wirkt.
Tatsächlich befindet sich ein Stalker im Gegensatz zu seinem Opfer in einer stark unterlegenen Position und ist in den meisten Fällen nicht so gefährlich und mächtig, wie er es dem Opfer signalisieren will.

Eine Verstärkung des Stalking-Verhaltens ist nach Anzeigeerstattung natürlich nie ausgeschlossen. Erfahrungsgemäß führen Anzeigen jedoch in der überwiegenden Anzahl der Fälle dazu, dass der Stalker sein Verhalten aufgibt oder zumindest deutlich reduziert.

Die verständliche Angst vor einem übermächtig erscheinenden Stalker darf kein Grund sein, keine Anzeige zu erstatten und sich in seiner Lebensgestaltung derart einschränken zu lassen!

 

Sehr hartnäckiges Stalking ist nicht immer sofort abstellbar und erfordert von den Opfern einen langen Atem.
Wenn Opfer sich an die Polizei oder andere Stellen wenden, haben sie oft eine lange Leidenszeit hinter sich. Viele suchen Hilfe und Unterstützung erst, wenn es nicht mehr auszuhalten ist.
Aber erst dann beginnt in sehr hartnäckigen Fällen ein Weg, der von Opfern nochmals Geduld und Nerven fordert. Denn von der Erstattung einer Anzeige bis zur Wirksamkeit von Gerichtsbeschlüssen kann eine Weile vergehen, bis diese Maßnahmen beim Stalker Wirkung zeigen. Besonders dann, wenn sich ein Stalker zunächst davon unbeeindruckt zeigt und weitermacht.
Früher oder später muss der Stalker seine Nachstellungen aufgeben. Je früher Sie diesen Weg beginnen, desto früher haben Sie Ruhe.

Suchen Sie sich Hilfe und Unterstützung bei geeigneten Organisationen in Ihrer Nähe. Adressen und Erreichbarkeiten nennen Ihnen die Opferschutzbeauftragten Ihrer örtlichen Polizei.

 

Je konsequenter Sie alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, desto früher kann der Stalker die Tatsachen akzeptieren.
Die meisten Stalker können sich aus eigener Kraft nicht aus ihrer Abhängigkeit von einer beendeten Beziehung lösen oder ihre Illusionen einer vermeintlichen oder erwünschten Beziehung aufgeben.
Je konsequenter ihm gegenübergetreten wird, desto eher wird ihm dies möglich sein. Konsequentes Ausnutzen aller, auch juristischer und strafrechtlicher Möglichkleiten, helfen dem Stalker eher, die Realität zu akzepieren. Beschwichtigendes, uneindeutiges Verhalten dem Stalker gegenüber aus falschem Mitleid, wird ihm dies noch schwerer bis unmöglich machen.

 

Aber:
Nach vorausgegangener Beziehung sind Versuche einer Kontaktaufnahme nicht zwingend Stalking. Die nach Beendigung einer Beziehung auftretenden Versuche einer Wiederaufnahme, einer Aussprache oder anderer Werbungsversuche sind bis zu einem gewissen Maß sozialadäquat. Sie sollten jedoch nach einigen Wochen beendet werden. Hier sollte nicht unnötig früh kriminalisiert und möglicherweise erst dadurch Stalkinghandlungen provoziert werden.