Für Täter

Täterarbeit ist Opferschutz!

Dem Problemfeld Stalking wird nur ein ganzheitlicher Ansatz gerecht. Den Focus ausschließlich auf die Opfer zu richten, bedeutet, eine wichtige Präventionschance nicht zu nutzen. Das Motto heißt hier: Täterarbeit ist Opferschutz.

Deshalb werden in unserer Arbeit auch und besonders die Belange von Tätern und solchen, die unter dieser Problematik leiden ohne zu 'stalken', Berücksichtigung finden.

Grundsätzlich belastet jede Art von Nachstellung in ganz erheblichem Maße die Opfer. Viel Leid wird verursacht, teilweise sogar ganz bewusst und gezielt.

Aber nicht nur die Opfer leiden!

Jeder Mensch der anderen nachstellt/stalkt, leidet nahezu immer und oft extrem unter den Zwängen, die ihn/sie dazu treiben.

  • Geht es doch immer darum, empfundene Wut los zu werden, Rache für Demütigungen zu üben, eine Ablehnung oder einen Verlust nicht ertragen zu können.
  • Geht es doch immer darum, Gefühle extremer Einsamkeit oder der Angst des Verlassenwerdens nicht ertragen zu können, sich anderen unterlegen zu fühlen, den einzigen Halt nicht zu verlieren.
  • Geht es doch immer darum, zu glauben dass nur mit ihr/ihm Lebensglück möglich sein kann.


Die Motive und Ursachen sind vielfältig: Immer geht es aber doch darum, extreme, belastende Gefühle abzuwehren. Und das wird durch Stalking-Verhalten versucht zu erreichen.

Stalker/innen leiden dabei sehr oft extrem unter ihrer emotionalen Situation.

Übersehen wird dabei fast immer, dass das was durch Stalking-Verhalten erreicht werden soll, gerade deswegen niemals erreicht werden kann. Ein endloser Kreislauf von Leid zufügen und selbst immer mehr zu leiden beginnt.

Je mehr ein Stalker / eine Stalkerin versucht, zu bedrohen, zu kontrollieren, zu verfolgen, einzuschüchtern, imponieren usw., desto tiefer gerät er/sie in diesen verhängnisvollen Kreislauf. Mehr und mehr verletzt man sich selbst an seiner Würde und an seinem Selbstwertgefühl, das ja eigentlich erhalten werden soll.

Das Kernproblem ist dabei immer, für das was in einem selbst vorgeht, etwas oder jemand außerhalb von sich selbst verantwortlich zu machen:

"Wenn er/sie nur...; wenn ich nur...; sie hätte doch..., er braucht doch nur..."

Der erste Schritt, um aus diesem endlosen Leidenskreislauf zu entkommen ist, sich, wenn auch schmerzhaft einzugestehen, dass die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden/Glück ausschließlich bei einem selbst liegt. Niemals kann ein anderer dafür verantwortlich sein! Das eigene Glück kann niemals auf dem Unglück anderer aufgebaut werden. Niemand hat das Recht, zu wissen wie ein anderer glücklich werden will!

Mit Strafandrohung und Gerichtsbeschlüssen konfrontiert zu werden, zwingt einen Stalker / eine Stalkerin, von diesem Opfer abzulassen.

Seine/ihre Probleme lösen sie nicht und der Teufelskreis setzt sich bei einem neuen Opfer fort. Nicht selten sind Stalker/innen selbst durch ihre Probleme gesundheitlich beeinträchtigt, isolieren sich oder bekommen berufliche Probleme.

Diesem teilweise extremen Leidensdruck kann man entkommen. Es gibt einen Ausweg aus Wut, Hass, Eifersucht, Illusion, Kummer, Schmerz, Angst, hin zu einem Leben ohne Abhängigkeit von Beziehungen und der Liebe oder Zuwendung anderer.

Diese Möglichkeiten sollen hier demnächst angeboten werden..